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2025: Start der E-Rechnungspflicht in Deutschland

Mit dem Ende März 2024 verabschiedeten Wachstumschancengesetz wurde nunmehr auch die E-Rechnungspflicht auf den Weg gebracht. Das bedeutet: Unternehmer müssen über kurz oder lang Rechnungen elektronisch versenden sowie empfangen. Doch auch wenn nach der Initiative der Europäischen Kommission ViDA die reformierten digitalen Umsatzsteuer-Meldepflichten vollumfänglich erst ab 2028 in Kraft treten sollen, ist für Unternehmer kein entspanntes Zurücklehnen und Abwarten angesagt.

Empfangspflicht ab 2025 für alle Unternehmer

Denn bereits ab dem 1. Januar 2025 sind alle inländischen Unternehmen in Deutschland verpflichtet, E-Rechnungen entgegenzunehmen. Hierfür sieht das Gesetz derzeit auch keinerlei Ausnahmen oder Übergangsregelungen vor. Selbst nicht vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer und umsatzsteuerliche Kleinunternehmer sind von der Empfangspflicht von E-Rechnungen betroffen! Das hat das Bundesfinanzministerium (BMF) in einem ersten Entwurf für ein Einführungsschreiben bereits bestätigt.

Ausstellungspflicht schrittweise bis 2027

Ob der leistende Unternehmer ab 2025 tatsächlich seine Leistungen mittels E-Rechnung abrechnet oder nicht, liegt aktuell für eine bestimmte Zeit noch allein in seinem Ermessen. Denn hier hat der Gesetzgeber eine Übergangsregelung zur Einführung der E-Rechnung geschaffen, die den Umstieg bis 2028 etwas sanfter gestalten soll. Dabei gilt: Besteht für einen Umsatz eine grundsätzliche E-Rechnungspflicht, hat der Leistende im Übergangszeitraum 2025 bis 2026 noch ein Wahlrecht, ob er wie gewohnt mit einer normalen sonstigen Rechnung in Papierform oder als PDF abrechnet oder eine E-Rechnung wählt. Mit Zustimmung des Leistungsempfängers kann auch ein anderes elektronisches Format gewählt werden.

Ab 2027 werden die Bandagen dann angezogen. Denn ab dann dürfen sonstige Rechnungen gegenüber anderen inländischen Unternehmern nur noch dann ausgestellt werden, wenn der Gesamtumsatz des Vorjahres (2026) 800.000 Euro nicht überschritten hat. Wie diese Grenze des Leistenden vom Leistungsempfänger jedoch geprüft werden kann, bleibt aktuell noch unklar. Die Gesamtumsatzgrenze soll dabei sogar unabhängig von der Soll-/Ist-Versteuerung des Leistenden sein. Bei Gutschriften soll der Gesamtumsatz des Gutschriftausstellers (Auftraggeber) maßgeblich sein. Mit Zustimmung des Leistungsempfängers kann alternativ der elektronische Datenaustausch (EDI) genutzt werden. Darüber hinaus sieht das BMF derzeit keine weiteren Übergangsfristen vor.

Hinweis: Unternehmer, die umsatzsteuerfreie Leistungen ohne Vorsteuerabzugsrecht oder ausschließlich an Privatpersonen erbringen, dürfen – unabhängig von Übergangsfristen – weiterhin Papierrechnungen und sonstige elektronische Rechnungen ausstellen. Auch Kleinbetragsrechnungen bis 250 Euro dürfen weiterhin in Papierform oder PDF ausgestellt werden.

E-Rechnung geht ein – Was tun?

Entscheidet sich der Leistende ab 2025 für die E-Rechnung, ist der unternehmerische Leistungsempfänger an diese Entscheidung grundsätzlich gebunden; ihm wird kein Widerspruchsrecht zugestanden. Nimmt der Leistungsempfänger die E-Rechnung nicht an, gilt die Rechnungsausstellungspflicht des Leistenden dennoch als erfüllt.

WICHTIG: Der Leistungsempfänger kann ab 2025 somit grundsätzlich keinen Vorsteuerabzug mehr geltend machen, wenn ihm der Leistende nur eine E-Rechnung ausstellt und diese vom Leistungsempfänger aus technischen Gründen nicht angenommen werden kann.

Was gilt als E-Rechnung?

Die elektronische Übermittlung allein macht noch keine E-Rechnung. Dies ist zwar auch zwingend, weil die Übergabe auf einem elektronischen Datenträger laut BMF nicht zulässig sein soll. Darüber hinaus erfordert eine E-Rechnung jedoch zusätzlich ein bestimmtes strukturiertes elektronisches Format, das der europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung und der Liste der entsprechenden Syntaxen entspricht. Diese Voraussetzungen sind beispielsweise beim XStandard und dem ZUGFeRD-Format ab Version 2.0.1 gegeben. Für die elektronische Abrechnung inländischer Umsätze kommt aber auch eine Verwendung von weiteren europäischen Rechnungsformaten nach dem vorbezeichneten Standard in Betracht, z. B. FatturaPA (Italien) oder auch Factur-X (Frankreich).

Ausblick

Durch die Einführung der E-Rechnung stellen sich natürlich sehr viele Fragen. Das Bundesfinanzministerium hat dazu zwar bereits einen ersten Entwurf zur Verbandsanhörung veröffentlicht. Dennoch bleibt bislang vieles unbeantwortet. Die Veröffentlichung der finalen Ansicht der Finanzverwaltung wurde für das IV. Quartal 2024 angekündigt – viel zu spät, um bis dahin abzuwarten und sich als Unternehmer dann erst Gedanken zu diesem Thema zu machen.

Außerdem plant das BMF das aktuelle Schreiben zu den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung noch einmal um Regelungen zur Aufbewahrung und Dokumentation von E-Rechnungen anzupassen. Denn eines darf keinesfalls vergessen werden: Auch elektronische Rechnungen sind wie Papierrechnungen 10 Jahre lang aufzubewahren und entsprechend zu archivieren.

Autor:

Christian Johannes, Steuerberater im ETL ADVISION-Verbund aus Köln,
spezialisiert auf die Beratung von Heilberufen

Kontakt:
ETL ADVISA Köln
advisa-koeln@etl.de
Tel: 0221/94101980

„Quintessence News“ – Klare und empathische Kommunikation ist wichtig

Der DENTAGEN-Vorstandsvorsitzende Nils Hagenkötter (links) begrüßt den Festredner des DENTAGEN-Partnertreffs, Bundesligaschiedsrichter Deniz Aytekin.
Foto: Britta Schüßling/DENTAGEN

Nicht nur für Vorträge bot der Veranstaltungsort einen idealen Rahmen für die erste Auflage des neu gestalteten „DENTAGEN-Partnertreffs“. Der Vorstandsvorsitzende der DENTAGEN Wirtschaftsverbund eG, Nils Hagenkötter hatte mit seinem Team für die Mitglieder der Einkaufs- und Laborgenossenschaft ein interessantes und vielseitiges Programm zusammengestellt, das aktuelle Themen und direkt alltagsverwertbare Inhalte bot und zugleich viel Raum für den so wichtigen Austausch und das Vernetzen in der Genossenschaft ließ.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung, die im Juni im Duisburger Stadion (Schauinslandreisen-Arena) stattfand, war der Beitrag von Bundesligaschiedsrichter Deniz Aytekin. Selbst Unternehmer und Geschäftsmann, verband Aytekin auf elegante und interessante Weise Einblicke in die Arbeit der Fußballschiedsrichter mit Fragen der Menschenführung. Er spiegelte seine Empfehlungen und Tipps dabei auch vor dem Hintergrund seines eigenen Werdegangs. Denn der heute bei Spielern seit Jahren immer wieder zum beliebtesten Schiedsrichter gewählte Aytekin bekam zu Beginn seiner Schiedsrichterkarriere erstmal ganz schlechte Kritiken.

„Begründen Sie Ihre Entscheidungen“

Er habe mit Hilfe von Freunden und professionellen Coaches an seinem Auftreten und vor allem seiner Kommunikation gearbeitet. Gerade auf dem Platz, in hitzigen und umstrittenen Situationen, sei eine klare und zugleich empathische Kommunikation wichtig. „Begründen Sie Ihre Entscheidungen“, war einer der wichtigen Tipps, die er seinem aufmerksamen Publikum mitgab. Und niemand sei fehlerfrei. Sein Ziel sei es, ein Spiel fehlerfrei zu pfeifen, daran arbeite er. Aber er wisse, dass er das mit großer Wahrscheinlichkeit nie erreichen werde. Fehler einzugestehen, gehöre daher auch immer dazu.

Verlässlichkeit und klare Aufgaben

Auch auf dem Platz komme es auf Teamarbeit und Verlässlichkeit an – er ist seit vielen Jahren mit seinem eingespielten Assistententeam unterwegs. Jeder wisse, worauf er achten müsse, die Aufgaben seien klar zugeteilt und jeder unterstütze den anderen. Am Ende müsse er die Entscheidungen treffen und kommunizieren – daher sei er auf die Hilfe des Teams und des „Kölner Kellers“ angewiesen. Da aber immer Fehler passieren könnten, müsse sein Team sich auch darauf verlassen können, dass sie gemeinsam und er an erster Stelle die Verantwortung dafür übernehmen.

Neues Format Zukunftsdialog zum Potenzial der Genossenschaften

Am zweiten Tag präsentierte Nils Hagenkötter ein neues Format: den „ZUKUNFTSDIALOG DENTAL“. Mit ihm auf dem Podium diskutierten Georg Mersmann, Vorstand der Soennecken eG, und Dr. Marion Marschall, Chefredakteurin „Quintessence News“, über die Perspektiven und Chancen von Genossenschaften auch für die zahntechnischen Labore. Genossenschaften können gerade in Zeiten des Wandels für ihre Mitglieder wichtige Partner sein, um zum Beispiel die Neuorientierung und Neuausrichtung zu unterstützen, machte Mersmann am Beispiel seiner Einkaufsgenossenschaft für Bürobedarf deutlich. Natürlich würden immer noch Aktenordner gebraucht, aber die Digitalisierung habe das, was von den Mitgliedsunternehmen und auch den Herstellern und Lieferanten erwartet und noch benötigt werde, dramatisch verändert.

Genossenschaften als wichtiger Mittler

Genossenschaften könnten hier wichtige Mittler zwischen Endkunden, Händlern und Herstellern sein. Und die Mitglieder profitierten vom Austausch untereinander und von den Impulsen und der Expertise, die eine Genossenschaft als Zusammenschluss der Vielen entwickeln und auch von außen hereinholen könne. Nicht zu vernachlässigen sei auch die stärkere Position einer Genossenschaft im Gespräch mit der Politik auf allen Ebenen, wenn es um die wirtschaftlichen Interessen und die politische Vertretung der Mitglieder gehe, so Mersmann. So lassen sich auch die Herausforderungen der Bürokratie besser meistern.

Markt der Labore und Praxen im Wandel

Marschall unterstrich diese Aspekte. Der Labormarkt sei weiter im Wandel, getrieben durch den technischen Fortschritt, aber auch durch Konzentrationsprozesse und Fachkräftemangel. Die Abhängigkeit vom Auftraggeber Zahnarztpraxis sei eine Besonderheit gegenüber anderen Handwerken, auch Gesundheitshandwerken. Und die Welt der Zahnarztpraxen ist aktuell im Wandel, die Zahl der aus dem Berufsleben ausscheidenden Zahnärztinnen und Zahnärzte nehme stark zu. Allerdings fehle es an ausreichend Nachfolgerinnen und Nachfolgern, immer mehr Praxen würden geschlossen. Daneben steige die Zahl großer Praxen, zahnmedizinischer Medizinischer Versorgungszentren und von Fremdinvestoren betriebenen Praxisketten. Gerade größere Praxen, MVZ und Ketten betrieben häufig eigene Praxislabore.

Power der Genossenschaft nutzen

Für die Dentallabore sei daher der Zusammenschluss in einer Genossenschaft ein guter Weg, mehr als nur Einkaufsvorteile zu nutzen, sondern sich durch das Netzwerken und das Potenzial einer Genossenschaft im Wettbewerb besser behaupten zu können. Das aktive Mitwirken biete die Chance, selbst die Zukunft mitgestalten zu können und frühzeitig wichtige Trends und Entwicklungen zu kennen. Die Power der Genossenschaft könne es dann auch kleinen Laboren ermöglichen, neue Technologien zu nutzen, ohne hohe wirtschaftliche Risiken einzugehen.

Labor jetzt für die Zukunft aufstellen

Insgesamt gebe es für die Dentallabore derzeit ein gutes Momentum, die Geschäftsbeziehungen mit den Zahnärztinnen und Zahnärzten auf ein modernes, zeitgemäßes und partnerschaftliches Niveau zu bringen. Die Labore sollten dabei aufmerksam die Entwicklungen in den Praxen verfolgen und nutzen – auch die für die Labore zwar freiwillige, aber durchaus sinnvolle Anbindung an die Telematikinfrastruktur, die jetzt beginne. Die Entwicklung gehe hier in großen Schritten voran, die Technik werde immer besser, und wenn die Praxen ohnehin Dienste wie den Kommunikationsdienst KIM oder einen neuen sicheren Messenger nutzen, sei es für diese einfacher und sicherer, diesen Weg auch für die Kommunikation mit dem Labor zu nutzen.

Breites Workshop-Programm

Mehr über die neuesten Entwicklungen in der Industrie, über neue Verfahren, Maschinen und Materialien bis hin zu Cloudlösungen, aber auch Tipps für die Mitarbeiter- und Laborführung, gab es dann in den anschließenden Workshops der DENTAGEN-Partner. Vorstand Nils Hagenkötter freute sich über ein überwiegend positives Feedback der rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das neue Format des DENTAGEN-Partnertreffs und hofft, dass bei der nächsten Auflage noch mehr Mitglieder dieses besondere Angebot für Information und Austausch nutzen werden.

Quelle: Quintessence Publishing Deutschland, https://www.quintessence-publishing.com/deu/de/news/zahntechnik/unternehmen-dentallabor/die-klare-und-empathische-kommunikation-ist-wichtig

Hirngesundheit durch hohen Zuckerkonsum gefährdet

Die Prävention von neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, Demenz, Schlaganfall oder Migräne stand im Fokus des internationalen „World Brain Day“ am 22. Juli 2024. Ein großer Anteil an Demenzfällen und die meisten Schlaganfälle wären vermeidbar. Doch die weltweite Krankheitslast neurologische Erkrankungen erfordert immer erheblichere Anstrengungen in Sachen Prävention. Anlässlich des Aktionstags möchten die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Hirnstiftung das Augenmerk auf den viel zu hohen Zuckerkonsum lenken, der für die Hirngesundheit schädlich ist.

Bereits seit 1990 werden die Zahl der Todesfälle und die Zahl der verlorenen Lebensjahre für fast 300 Erkrankungen untersucht. Gleich zwei neurologische Erkrankungen, Schlaganfall und Demenzen, befinden sich aktuell unter den zehn häufigsten Todesursachen. Das zeigt, wie wichtig Präventionsmaßnahmen zur Gesunderhaltung des Gehirns sind. Ein gesunder, aktiver Lebensstil mit ausreichend Bewegung und Schlaf, aber auch die Vermeidung von schädlichen Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder anderer Drogen und Schadstoffe hilft, diese Erkrankungen zu vermeiden.

Zucker schädigt die Hirngesundheit und kann zum „Demenztreiber“ werden

Was bewirkt Zucker im Gehirn? Hohe Blutzuckerspiegel schädigen die Hirngefäße und führen zu Ablagerungen an Gefäßwänden. Die Gefäße verengen sich, die Blutzufuhr und vermindern so die Versorgung der Gehirnzellen mit Nährstoffen. Dies ist nach der Alzheimer-Form die häufigste Ursache einer Demenz. Jährlich erkranken ca. 250.000 Menschen in Deutschland an einer Demenz, davon 15 bis 25 Prozent an einer solchen gefäßbedingten Variante – etwa 40.000 und 60.000 neu Erkrankte pro Jahr.

Komplexe Zuckermoleküle im Gehirn, sogenannte Glykosaminoglykane, können auch direkt die Denkfähigkeit einschränken. Sie beeinträchtigen die Funktion der Synapsen, den Schaltstellen zwischen den Nervenzellen und somit die Fähigkeit von Nervenzellen und Gehirnarealen, sich anzupassen und bei Bedarf zu erweitern, eine wichtige Eigenschaft für die kognitive Entwicklung und das Lernen. Schon in den 2000er Jahren hatte eine Studie ergeben, dass eine fett- und zuckerreiche Kost langfristig auch die Funktion des Gedächtnisareals im Gehirn, den Hippocampus, beeinträchtigt. Eine aktuelle Untersuchung kommt zu ähnlichen Erkenntnissen: In den 2 bis 12 Stunden nach Zuckerkonsum erhöht sich zwar kurzfristig die geistige Leistungsfähigkeit, aber durch einen dauerhaften Zuckerkonsum wird die kognitive Funktion nachhaltig geschädigt.

Davon abgesehen gibt es noch eine indirekte hirnschädigende Wirkung von zu hohem Zuckerkonsum auf das Gehirn durch Diabetes mellitus. Seit etwa 30 Jahren ist bekannt, dass die Typ-2-Diabetes ein deutlich erhöhtes Demenzrisiko mit sich bringt und es wird angenommen, dass der Glukose-Stoffwechsel auch in den Neuronen gestört ist und so zur Entstehung der Alzheimer-Erkrankung beiträgt.

Warum können wir der „Versuchung“ Zucker so schwer widerstehen?

Es wurde nachgewiesen, dass schon eine kleine Menge Zucker ausreicht, damit der Darm über den Vagusnerv Signale an das Gehirn sendet, die dort ein starkes Verlangen nach weiterem Zuckerkonsum auslösen. Zusätzlich wird bei Zuckerkonsum im Gehirn Dopamin ausgeschüttet. Dieses „Wohlfühlhormon“ führt dazu, dass der Körper davon immer mehr verlangt. Nur ein weitgehender Verzicht auf Zucker kann diesen Teufelskreis durchbrechen.

Gemeinsam mit der Deutsche Hirnstiftung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. die politische Forderung, eine Steuer auf besonders zuckerhaltige Getränke zu erheben. Doch auch viele andere Lebensmittel enthalten versteckten Zucker, wie z. B. Joghurts oder Tomatenketchup. Auch Alkohol lässt den Blutzuckerspiegel stark ansteigen.

Weitere Informationen hierzu: https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/branchenmeldungen/world-brain-day-2024-zu-viel-zucker-versalzt-die-hirngesundheit

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V.

Was erwarten Patienten von KI-gestützter Diagnostik?

Für Ärzte sind Diagnosen oft nicht so einfach, wie sie in manchen Arztserien erscheinen. Außer den medizinischen Symptomen müssen auch andere Faktoren wie die Lebensweise und die körperlichen Grundvoraussetzungen der Patienten berücksichtigt werden. An Bedeutung zunehmende Technologien legen die Frage nahe: Kann künstliche Intelligenz (KI) in der Medizin sowie in der Arzt-Patienten-Kommunikation bei Diagnosen helfen oder diese sogar eigenständig stellen? Welche Erwartungen haben Patienten an KI? Diese Thematik hat Luisa de Alzaga Achter, Studentin des Studiengangs International Management (https://ism.de/studium-vollzeit/bachelor/international-management-studium/ueberblick) an der International School of Management (ISM) in München, in ihrer Abschlussarbeit näher untersucht.

Was erwarten Patienten von KI-basierte Chatbots im deutschen Gesundheitswesen? Einiges – zeigen die Ergebnisse der Untersuchung von Luisa de Alzaga Achter unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Mühlbäck sowie Daniel Khafif, beide Dozenten am ISM Campus in München. Sie befragte acht Experten unterschiedlicher Alters- und Berufsgruppen zu ihren Erwartungen, Motivationen und Hemmnissen bei der Nutzung von Chatbots. Die Befragten kamen aus verschiedenen Bereichen: Entwickler von Chatbots, Vertreter des Gesundheitswesens sowie Patienten, also Nutzer dieser Chatbots.

Unterstützt und vereinfacht KI die tägliche Arbeit?

Nutzer erhoffensich Orientierung und Unterstützung durch die Chatbots. Sie wünschen sich, von der Technologie sicher durch das komplexe Gesundheitswesen geführt zu werden, um das eigene Handeln zu bestätigen. Eine große Rolle spielt dabei die Gebrauchstauglichkeit des Bots. Funktionalität, Qualität der Antworten, maschinelle Intelligenz und Benutzerfreundlichkeit stellen dabei zentrale Anforderungen dar. Patienten haben die Erwartung, dass die künstliche Intelligenz mitlernt und sich die bereits eingegebenen Daten merkt.

Wie steht es mit der Datensicherheit?

Schnell kommt die Frage nach dem Thema Datenschutz auf. Gerade bei sensiblen Informationen, wie der eigenen Krankheitsgeschichte, legen die Befragten großen Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Daten durch die KI. Die Zertifizierung der Chatbots mit der Garantie einer sicheren Verwahrung und einfacher Nachverfolgung der eigenen Daten wird gewünscht. In der Wahrnehmung der Patienten kann Datenschutz am besten erreicht werden, wenn es sich um ein deutsches Unternehmen handelt, das den Chatbot betreibt, sodass die Daten auch nach deutschem Recht verwaltet werden.

Wie menschlich kann eine KI sein?

Kritik wird an bestimmten Eigenschaften der KI geübt, bei denen Menschen künstlicher Intelligenz nach wie vor weit voraus sind: Sprache und Empathie. So verfügen Chatbots bislang nicht über vollständige Sprachfähigkeiten auf menschlichem Niveau, was zu Missverständnissen und Unzufriedenheit bei den Nutzern führt. Auch beim nötigen Einfühlungsvermögen im Dialog mit den Patienten kann die künstliche Intelligenz nicht an den Arzt heranreichen. Auch bei Ärzten bestehen Vorbehalte gegenüber KI-basierten Chatbots, weil sie sich gern einen persönlichen Gesamteindruck vom Patienten machen, um eine fundierte Diagnose zu erstellen.

Wie kann der KI-Einsatz in der Medizin künftig aussehen?

Aktuell hat KI nur begrenzte Einsatzmöglichkeiten in der medizinischen Diagnostik und ersetzt den Besuch beim Arzt nicht. Dozent Daniel Khafif resümiert: „Es bleibt festzuhalten, dass diagnostische KI-Systeme immer nur als Assistenztools verstanden werden dürfen. Die letztinstanzliche Entscheidungshoheit zur Verordnung und Vergabe medizinischer Mittel muss beim Menschen, also bei Ärzten oder Pflegekräften, verbleiben.“

KI könnte das medizinische Fachpersonal allerdings sinnvoll ergänzen, wie Luisa de Alzaga Achter herausgearbeitet hat. Vor allem organisatorische Aufgaben rund um Terminfindung und -buchung sowie in der Prävention und Nachsorge können Chatbots wertvolle Dienste leisten. Sie können außerdem größere Mengen an Daten und Diagnosen sammeln als ein einzelner Arzt und so auch umfangreichere Analysen und Erfahrungsberichte über Krankheiten erstellen. Das ist wiederum im Sinne der Krankenkassen, da auf diese Art kostenoptimierte und effizientere Therapiemöglichkeiten angeboten werden können. „Diese Technologien entlasten das medizinische Personal signifikant, indem zeitraubende Kommunikationsaufgaben von der KI übernommen werden“, betont Khafif. „In Zeiten von Personalmangel und Kostendruck können die eingesparten Ressourcen effizienter in Klinik und Praxis investiert werden, was sowohl dem medizinischen Personal als auch den Patienten zugutekommt.“

„Dennoch gilt es noch einige Hemmnisse zu überwinden“, ergänzt Luisa de Alzaga Achter. „Eine hohe Anwendungsfreundlichkeit, verlässliche Funktionalität sowie Sicherheit der Datenspeicherung und -verarbeitung verbunden mit patientengerechter Sprache und Elementen menschlicher Empathie könnten das Vertrauen der Patienten in KI-basierte Chatbots stärken.“

Die erweiterte Publikation steht hier zum Download bereit: https://ism.de/images/downloads/research-journal-2023.pdf

Quelle: dpa

Richtige Zahnputztechnik: Lieber kreisen als rütteln

Immer noch erhebliche Forschungslücken bei der richtigen Zahnputztechnik – Überraschende Ergebnisse einer Netzwerk-Metaanalyse der Universitäten Gießen und Kiel

Dass viele Menschen ihre Fähigkeiten beim Zähneputzen überschätzen, ist seit einer Studie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) aus dem letzten Sommer bekannt. Doch wie geht es denn nun richtig? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, haben Wissenschaftlerinnen der JLU und der Christian-Albrechts-Universität Kiel (CAU) die vorhandene Forschungsliteratur zum Zähneputzen in einer komplexen Netzwerk-Metaanalyse verglichen. Das überraschende Ergebnis: Ob Kreisen, Rütteln oder Auswischen für besonders saubere Zähne sorgt, darüber lässt sich offenbar immer noch streiten.

„Es fehlt hier einfach an weiteren gut gemachten Forschungsarbeiten“, fasst Prof. Dr. Renate Deinzer vom Institut für Medizinische Psychologie das Ergebnis ihrer neuen Publikation zusammen. Immerhin lassen die vorhandenen Daten den Schluss zu, dass das Putzen mit kreisenden Bewegungen helfen kann, Plaque zu reduzieren, heißt es in der Studie.

Ein überraschendes Ergebnis gab es in Bezug auf die häufig empfohlene „modifizierte Bass-Technik“, bei der die Borsten der Zahnbürste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand aufgesetzt werden und dann der Zahnbelag durch Rüttelbewegungen gelockert und mit sanftem Druck von „Rot“ nach „Weiß“ ausgewischt wird. Diese Technik wird oft empfohlen, um Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Die analysierten Daten deuten allerdings darauf hin, dass sie möglicherweise sogar zu mehr Zahnfleischentzündungen führt und nicht zu weniger. „Da sollten wir mit unseren Empfehlungen vorsichtiger sein, solange es keine neuen Daten dazu gibt und möglicherweise mehr Wert auf die Systematik legen“, sagt PD Dr. Sonja Sälzer von der Klinik für Zahnerhaltung der CAU.

Viele wenden sich mit der Frage nach der besten Zahnputztechnik an ihre zahnärztliche Praxis oder suchen im Internet. „Solche Empfehlungen sollten auch wissenschaftlich abgesichert sein“, betont Prof. Dr. Renate Deinzer vom Institut für Medizinische Psychologie der JLU. Ihre Co-Autorin PD Dr. Sälzer ergänzt: „Deswegen haben wir systematisch vorhandene Studien hierzu zusammengesucht“.

Die Forscherinnen sichteten weit über 1.000 Artikel und wählten aus diesen randomisierte kontrollierte Studien aus, die eine Putztechnik mit einer Kontrolle oder einer anderen Putztechnik verglichen hatten. Die Studien mussten außerdem die Personen, die die Technik erlernt hatten, über eine Weile beobachtet und entweder erfasst haben, wie sauber die Zähne nach dem Putzen wurden oder wie gesund das Zahnfleisch war. Letztendlich lieferten nur 13 Publikationen brauchbare Daten für eine Netzwerk-Metaanalyse (NMA). Das Ergebnis war für die Forscherinnen ernüchternd, da sich auf dieser Basis kaum sichere Aussagen ableiten ließen.

Insgesamt fordern die Wissenschaftlerinnen weitere Forschung in diesem Bereich. Auch für die Annahme, dass elektrische Bürsten zu sauberen Zähnen führen, gebe es kaum Belege. „Viele der Studien, die eine geringe Überlegenheit elektrischer Zahnbürsten feststellen, vergleichen diese nur mit der kritisch bewerteten modifizierten Bass-Technik“, sagt Prof. Deinzer. „Möglicherweise ist auch hier die richtige Systematik entscheidender als die Art der Bürste“, ergänzt PD Sälzer. Außerdem sei das manuelle Zähneputzen nachhaltiger und kostengünstiger, so dass sich auch deswegen weitere Forschung in diesem Bereich lohne.

Originalpublikation:

Deinzer, R.; Weik, U.; Eidenhardt, Z.; Leufkens, D.; Sälzer, S. (2024). Manual toothbrushing techniques for plaque removal and the prevention of gingivitis – A systematic review with network meta-analysis. In: PLoS One.
https://doi.org/10.1371/journal.pone.0306302

Quelle: https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/wissenschaft-und-forschung/richtige-zahnputztechnik-lieber-kreisen-als-rutteln

Mundbakterien: So verursachen sie Mundgeruch

Eine spannende neue Studie aus der Universität Osaka zeigt, wie unsere Mundbakterien zusammenarbeiten und Mundgeruch verursachen können. Denken Sie an Methylmercaptan (CH3SH) als den „Schurken“ hinter schlechtem Atem, der von Bakterien in unserem Mund produziert wird. Das Team unter der Leitung von Takeshi Hara hat ein spezielles System entwickelt, um die Beziehung zwischen diesen Bakterien genauer zu verstehen.

Hier ist, was sie entdeckt haben: Ein bestimmtes Bakterium namens Streptococcus gordonii gibt ein Molekül frei, das ein anderes Bakterium namens Fusobacterium nucleatum dazu bringt, große Mengen CH3SH zu produzieren.

Klingt kompliziert, oder? Aber das ist der Grund, warum unser Atem manchmal unangenehm riechen kann!

Warum ist das wichtig? Nun, die Forschung könnte nicht nur helfen, Mundgeruch besser zu verstehen, sondern auch neue Wege zur Behandlung und Vorbeugung von Zahnproblemen aufzeigen. Denn Mundgeruch ist oft mit Zahnfleischerkrankungen verbunden. Wenn wir frühzeitig handeln, können wir unsere Mundgesundheit verbessern und schwerwiegendere Probleme vermeiden. Also denken Sie daran, Ihre Zähne zu putzen und regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen – Ihre Mundbakterien werden es Ihnen danken! 🦷✨

Zur Studie

Herkunft: Osaka University

Quelle: https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/wissenschaft-und-forschung/mundgeruch-wechselwirkung-von-bakterien-als-schlusselursache

Frauen starten immer häufiger in der Gesundheitsbranche durch

Neue Studie enthüllt: Frauen in der Gesundheitsbranche zeigen sich als wahre Unternehmerinnen! Laut dem KfW-Gründungsmonitor wagten im Jahr 2022 beachtliche 37 Prozent der Neugründungen in Deutschland Frauen. Doch hier kommt der spannende Teil: In Berufen wie Medizin und Pharmazie übertrifft ihr Unternehmergeist sogar diesen Durchschnitt.

Die Zahlen sprechen für sich: Ärztinnen machten satte 61 Prozent der Neugründungen aus, gefolgt von Zahnärztinnen mit 53 Prozent und Apothekerinnen mit 48 Prozent. Auch wenn der Anteil der Apothekerinnen im Vergleich zu früheren Jahren etwas gesunken ist, sind Frauen in diesen akademischen Heilberufen weiterhin stark vertreten.

Warum ist das wichtig? Daniel Zehnich von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) erklärt, dass Frauen in diesen Berufen zwar zunehmen, aber oft vorsichtiger sind, wenn es um die Selbstständigkeit geht. Glücklicherweise gibt es viele Unterstützungsmöglichkeiten, die ihnen dabei helfen können.

Interessanterweise zeigt die Analyse der apoBank auch, dass Frauen bei der Gründung von Praxen oder Apotheken finanziell vorsichtiger sind. Sie bevorzugen oft kleinere Praxen und Apotheken und zahlen daher oft niedrigere Kaufpreise als Männer.

Diese Entscheidung für die Selbstständigkeit hat sowohl individuelle als auch gesellschaftliche Vorteile, da sie mehr Freiheit und Flexibilität in der Berufsausübung schafft und zur Sicherstellung der ambulanten Gesundheitsversorgung beiträgt.

Herkunft: Deutsche Apotheker- und Ärztebank

Quelle: https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/branchenmeldungen/frauen-dominieren-bei-praxisgrundungen

Elektronische Rezepte und KI in der Medizin

Elektronische Rezepte: Die Einführung hat das Medizin- und Gesundheitswesen auf eine neue digitale Ebene gehoben, und Patienten sind davon begeistert! Eine kürzlich durchgeführte Umfrage hat ergeben, dass die meisten Menschen mit dem reibungslosen Prozess der Ausstellung und Einlösung ihrer E-Rezepte zufrieden sind. Besonders bemerkenswert ist, dass sogar ältere Menschen das E-Rezept gut annehmen.

Aber wie bei jeder neuen Technologie gibt es auch hier und da ein paar Hürden. Manche Patienten hatten Probleme, wenn ihr Rezept nicht in der Apotheke ankam oder wenn es in der Arztpraxis nicht ausgestellt werden konnte.

Die meisten Leute benutzen ihre elektronische Gesundheitskarte, um ihre E-Rezepte einzulösen, während nur eine kleine Gruppe eine spezielle E-Rezept-App verwendet. Aufregend ist auch, dass viele Menschen hoffen, dass künstliche Intelligenz (KI) in der Medizin eingesetzt wird, um Ärzte bei der Auswahl der besten Therapien und der Optimierung von Behandlungsabläufen zu unterstützen.

Allerdings gibt es auch Bedenken hinsichtlich Datenschutz und transparenter Entscheidungsfindung. Trotzdem sehen die meisten Menschen den Einsatz von KI in der Medizin positiv, auch wenn sie einige Risiken sehen. Einige würden sogar ihren Arzt wechseln, je nachdem, ob KI eingesetzt wird oder nicht. Insgesamt betrachten die meisten Menschen den Einsatz von KI in der Medizin als eine spannende Möglichkeit, die Behandlung zu verbessern und die Gesundheitsversorgung effizienter zu gestalten.

Zur E-Rezept-Befragung

Zur KI-Befragung

Herkunft: Deloitte

Quelle: https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/branchenmeldungen/mehrheit-der-patienten-zeigen-sich-zufrieden-mit-e-rezept

Zukunft der Zahnmedizin: Revolutionierte Behandlungen

Entdecke die Zukunft der Zahnmedizin: Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen revolutionieren die Art und Weise, wie wir behandelt werden. Stell dir vor, dein Zahnarzt kann dank fortschrittlicher Technologie Behandlungen schneller und effizienter durchführen, und das alles dank cleverer Algorithmen. Unternehmen wie Align Technology sind Vorreiter auf diesem Gebiet und nutzen KI, um die Qualität der Versorgung zu verbessern. Zum Beispiel ermöglicht ihre Invisalign® Virtual Care KI Software eine nahtlose Überwachung deiner Behandlung, während du bequem von zu Hause aus bist.

Aber es hört hier nicht auf: Intraoralscanner wie der iTero™ Element Scanner helfen dabei, den Fortschritt deiner Behandlung zu visualisieren, ohne dass unangenehme Abdrücke nötig sind. Und für diejenigen von uns, die sich in der digitalen Welt zu Hause fühlen, gibt es sogar Apps wie „My Invisalign™“, die uns dabei helfen, den Überblick über unsere Behandlung zu behalten.

Das Beste daran? Diese Technologien machen nicht nur die Behandlung effektiver, sondern bieten auch eine bessere Erfahrung für uns als Patienten. Sie geben uns die Möglichkeit, informierte Entscheidungen über unsere Gesundheit zu treffen und dabei das Beste aus der modernen Medizin herauszuholen.

Für diejenigen, die noch nie von diesen Innovationen gehört haben, ist es wichtig zu wissen, dass die Zukunft der Zahnmedizin bereits begonnen hat. Und wer weiß, vielleicht wird dein nächster Zahnarztbesuch dank KI und maschinellem Lernen angenehmer und effizienter als je zuvor sein!

Herkunft: Align

Quelle: https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/branchenmeldungen/wie-kunstliche-intelligenz-die-behandlungsqualitat-verbessern-kann

Zuckerfallen im Alltag: Schützen Sie Ihre Zähne vor Karies!

Im letzten Jahr hat jeder von uns im Durchschnitt rund 32 Kilogramm Zucker gegessen – das entspricht ungefähr 30 Zuckerwürfeln pro Tag! Doch diese Zuckerfallen sind nicht nur ein Leckerbissen für unseren Geschmackssinn, sondern auch ein Feind unserer Zähne. Denn Bakterien verwandeln ihn in Säuren, die unseren Zahnschmelz angreifen und Karies verursachen können.

Aber wo versteckt sich dieser Zucker? Nicht nur in Süßigkeiten, sondern auch in vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie Müsli, Fruchtjoghurt und sogar Ketchup! Die Lebensmittelindustrie ist dabei oft trickreich: Sie versteckt Zucker unter verschiedenen Namen wie Glucose, Fructose oder Maltose.

Aber keine Sorge, es gibt Möglichkeiten, unsere Zähne zu schützen und dennoch zu naschen! Man kann zahnfreundliche Süßigkeiten wählen, die Zuckeraustauschstoffe oder Süßstoffe verwenden. Diese erkennt man oft an einem kleinen Zahnmännchen auf der Verpackung. Noch besser ist es jedoch, auf Lebensmittel zurückzugreifen, die zum Kauen anregen, wie Karotten, Äpfel, Vollkornbrot oder Nüsse. Denn beim Kauen wird mehr Speichel produziert, der hilft, die Säuren zu verdünnen und abzufangen – ein natürlicher Schutzschild für unsere Zähne!

Herkunft: Freier Verband Deutscher Zahnärzte e. V.

Quelle: https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/branchenmeldungen/tag-der-gesunden-ernahrung-je-weniger-zucker-desto-besser

Kostenbremse-Initiative in der Schweiz: Zweiklassenmedizin

Die Kostenbremse-Initiative entfacht leidenschaftliche Diskussionen im Schweizer Gesundheitswesen. Doch was steckt eigentlich dahinter? Diese Initiative strebt an, eine finanzielle Obergrenze für Gesundheitsleistungen einzuführen. Auf den ersten Blick scheint dies vernünftig zu sein, nicht wahr? Doch es gibt einen entscheidenden Haken: Viele Experten fürchten, dass dies zu einer Spaltung in der medizinischen Versorgung führen könnte – eine Art „Zweiklassenmedizin“. Warum? Weil bestimmte Behandlungen möglicherweise nur noch für jene zugänglich sind, die es sich leisten können, während andere auf endlose Wartelisten geraten. Diese Aussicht versetzt natürlich viele Menschen in Aufruhr.

Es wird oft übersehen, dass die Initiative keine klaren Richtlinien darüber enthält, wie genau diese Kosten gedeckt werden sollen. Dies führt zu Unsicherheit und Sorgen, insbesondere weil wir alle wissen, wie wichtig eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung ist, unabhängig von Einkommen oder sozialem Status.

Diverse Organisationen im Gesundheitssektor vereinen ihre Kräfte gegen diese Initiative. Sie betonen, dass Gesundheitskosten nicht bloß „Zahlen“ sind, sondern auch die Menschen betreffen, die im Gesundheitswesen tätig sind. Eine Begrenzung der Kosten könnte zu Personalmangel führen und somit die Versorgung verschlechtern. Dies betrifft uns alle.

Zusammengefasst könnte die Kostenbremse-Initiative erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung in der Schweiz haben. Es ist von großer Bedeutung, dass wir uns darüber informieren und sicherstellen, dass jeder Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung hat, wenn er sie benötigt.

Zur FMH-Kampagne

Herkunft: FMH Swiss Medical Association

Quelle: https://www.zwp-online.info/zwpnews/dental-news/branchenmeldungen/abstimmung-vom-9-juni-nein-zur-zweiklassenmedizin

Michael Göllnitz

Über einen historischen Sonntagvormittag im Büro, über einen Berufsweg, der die Zeitenwende in der Dentaltechnik geradezu exemplarisch markiert, über mitdenkende Mitarbeiter, die DNA eines Unternehmens, über Erkenntnisgewinne aus der Pandemie, über Analogie im Digitalzeitalter, den unumkehrbaren Wandel in der Beziehung zwischen Zahnmedizin und Zahntechnik, über ein bisschen Freizeit, einen jüngsten Sohn, der beim FC Barcelona studiert, und die Liebe der Familie zu einem Adler sprach Journalist Bernd Overwien für DENTAGEN INFO mit Michael Göllnitz (55), Geschäftsführer der Amann Girrbach GmbH am deutschen Standort in Pforzheim.

Mögen Sie Überraschungen?

Nun ja, wenn am Ende ein positives Ergebnis steht, gern.

Wie groß war die Überraschung, als Jutta Girrbach nach 25 Jahren im Unter­nehmen vor inzwischen gut zwei Jahren ihr Ausscheiden aus der Geschäfts­führung bekannt gab?

Ja, das kam wirklich unerwartet. Ich stand auf dem Tennisplatz, als sie vorschlug, sich am Sonntagvormittag im Büro zu treffen.

Sie waren da schon ihr langjähriger Vertriebsleiter. Ist Ihnen da der Gedanke gekommen, da muss etwas Außergewöhnliches anstehen?

Schon. Aber Jutta Girrbach hat in dritter Generation die Entwicklung des Unter­nehmens deutlich vorangetrieben. Die Fusion mit der österreichischen Amann Dental hat sie maßgeblich mitgestaltet. Das war die entscheidende Weichenstellung, um zu einem führenden Anbieter in der digitalen Dentaltechnik zu werden. Als Sie mir anbot, die freiwerdende Position eines Geschäfts­führers zu übernehmen, bin ich in diesem Moment fest davon ausgegangen, wir machen das jetzt gemeinsam.

Wie perplex waren Sie, als die Enkelin des Firmengründers das mit ihrer ganz persönlichen Zeitenwende verband?

Ziemlich perplex. Aber sich in der Mitte eines erfolgreichen Berufs­lebens zu entscheiden, jetzt die Dinge zu tun, die in einem 9-to-7-Job nicht möglich sind, verdient größten Respekt. Gemeinsam mit ihrem Mann engagiert sie sich heute in sozialen Projekten, ist in der Notfallseel­sorge mit großer Empathie unterwegs.

Schaut sie noch mal ab und zu im Unternehmen vorbei?

Ja, natürlich. Wir tauschen uns regelmäßig aus. Ich habe ja quasi die Ertüchtigung des Standortes Pforzheim geerbt. Handwerker, so weit dass Auge reichte. Da gab es viel Gesprächsbedarf. So gesehen, ist die Familie ja noch dabei. Jutta Girrbach ist ja nicht gegangen, weil sie keine Lust mehr hatte, Unternehmerin zu sein. Das war eine bewusste Entscheidung für einen zweiten Lebensentwurf.

„Ich habe mich gefühlt wie der Prinz von Pakistan“

Mit Wolfgang Reim, CEO der Amann Girrbach AG im österreichischen Koblach, führen Sie ein erfolgreiches Unternehmen mit 160 professionellen Mitarbeitern weiter in die digitale Dental­welt. Sie kommen ja ursprünglich aus der Edelmetallbranche, da trug man einst die Nase ja ziemlich hoch. Wie würden Sie vor diesem Hintergrund Ihren heutigen Führungsstil charakterisieren?

Das ist vielleicht ein bisschen drastisch formuliert, aber in der Tat gab es Zeiten, da wurden Entwicklungen wie bei Girrbach eher gönnerhaft belächelt. Ich habe mal gesagt, mich als totaler Edelmetaller wie der „Prinz von Pakistan“ gefühlt zu haben. Aber das war vor mehr als 20 Jahren. Und in diesen zwei Jahrzehnten hat sich der ganze Markt total gedreht. Plötzlich war ein Angebot von Girrbach so, als ob man Trainer von Borussia Dortmund werden soll.

…dürfen wir da noch später drauf kommen…?

…ja, habe schon gehört, am Ende kommt immer die Fußballfrage…

Nein, was die Frage nach dem Führungsstil anbetrifft, denke ich, im Laufe der Jahre eine eigene Art der Führung entwickelt zu haben. Der ist grundsätzlich kooperativ und fördernd. Bei uns fliegen keine Türen, wiewohl stellt sich da manchmal eine gewisse Grantigkeit ein, wenn wichtige Sachen einfach nicht funktionieren. Deshalb schätze ich es sehr, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ein Problem auch einen Lösungsansatz haben. Wenn sie sich Gedanken machen.

Corona hat das Management eines jeden Unternehmens herausgefordert. Wie haben Sie agiert?

Praktisch. Wir haben angefangen zu testen, da hatte das kaum jemand auf dem Schirm. Wir haben Schulungen beim DRK angeboten, um Selbsttests richtig durchführen zu können. Natürlich haben wir ab der zweiten Woche der Pandemie unsere Außendienstler nach Hause geschickt. Wir haben sogar ein Reiseverbot erteilt. Homeoffice so weit wie möglich. Das versteht sich von selbst.

War die Pandemie-Phase für viele Manager auch ein Erkenntnisgewinn?



Ja, sicher. Besprechungen mit Mit­arbeitern per Video, ohne viel Papier, direkte Kommunikation. In vielen Unterneh­men wurde deutlich, dass nicht die physische Präsenz im Büro zählt, sondern das Erreichen vereinbarter Zahlen und Ziele. Chefs können ja während einer Pandemie nicht mehr so einfach durch die Firma gehen und prüfen, ob alles gut läuft. Kennzahlen und Reports bekommen dadurch eine größere Bedeutung. Selbst unsere vielen Außendienstler, die längst Gebietsmanager mit vielfältigen Aufgaben sind, haben verinnerlicht, dass direkte Kundengespräche im Netz sehr wohl eine erfolgreiche Form der Kommunikation sein können. Aber auch da gilt der Grundsatz, die Philosophie des Unternehmens mit Überzeugung und Leidenschaft, mit ehrlicher Emotion rüber­zubringen.

…und man muss die richtigen Fragen stellen können.

Richtig. So beim Tässchen Kaffee zu fragen, wo drückt der Schuh, reicht heute nicht mehr. Ich muss zuhören können, ja, aber ich muss dem Kunden heute gerade in der digitalen Kommunikation unmittelbar einen Nutzwert anbieten können.

Als Vertriebler mit Leib und Seele, der so aus Ihnen spricht: haben Sie selbst noch persönlichen Kundenkontakt?

Zu wenig. Ich habe mir für 2023 fest vorgenommen, wieder viel mehr draußen zu sein. Aber die neue Zeit bietet halt neue Möglich­keiten. Wir sprechen ja jetzt hier auch über TeamViewer.

„Keine Marketingfloskel – das ist unsere DNA!“

Wir sind Amann Girrbach. Wir setzen Maßstäbe. Ist das „mir san mir“?

Wir alle in der Unternehmensgruppe setzen neue Maßstäbe in der digitalen Zahntechnik. Als Pionier in der Dentalen CAD- und CAM-Technologie sind wir einer der führenden Innovatoren und bevorzugten Full-Service-Anbieter in der digitalen Zahnprothetik. Wir sind selbstbewusst genug, zu sagen: mit unserem hohen Maß an Entwicklungskompetenz und Engagement für die Kundenorientierung schaffen und verbreiten wir anspruchsvolle System­lösungen für die zukünftige Praxis von Vorarlberg und Pforzheim in die Welt. Möglich ist das durch die Innovationen und exzellenten Produkte, die im Headquarter in Österreich entwickelt und produziert werden. Der Standort in Pforzheim steht für effizienten Direkt­ver­trieb, für Support- und Trainingsfunktionen sowie Logistik und Verwaltung. Das mag sich anhören wie eine wohlfeil formulierte Marketingfloskel, aber das ist unsere DNA.

Journalisten haben bekanntlich zwei linke Hände. Mir ist es jüngst nur mit Hilfe eines Youtube-Filmchens gelungen, den neuen Staubsauger in Funktion zu bringen. Zeigen Sie Ihren Kunden auch im Internet, wie es geht?

Shorts wie bei Youtube, also kurze Infovideos, spielen bei uns eine große Rolle. Sei es zu technischen Fragen, zur Bedienung von Produkten und vielem mehr. Das betreiben wir fast schon exzessiv. Quasi im Umkehrschluss haben wir auch unser Kurszentrum in Pforzheim komplett renoviert, unser Trainerteam kundenorientiert qualifiziert.

Analogie im Digitalzeitalter?

Wer bei uns neu einsteigt und beispielsweise ein Ceramill CAD/ CAM-System erwirbt, für den ist ein Basic-Training von drei Tagen hier vor Ort obligat. Wir würden niemanden sagen, „Plug and Play“ es wird schon klappen. Nein, das geht schief. Siehe Staubsauger!

Mit welchem Konzept ist die Amann Girrbach Akademie unterwegs?

Es geht heute nicht mehr als E-Learning „ja oder nein“, sondern ob man es sich leisten kann, diesem Trend nicht zu folgen. Die Akademie hat eine komplett digitale Lösung des Know-how-Transfers entwickelt. Digitale Herstellung von Zahnersatz auch digital vermitteln – eine Anforderung, der wir im internationalen Markt gerecht geworden sind. Sie können sich quasi alles herunter­laden, wie man so schön sagt.

Rückt die Feminisierung der Medizin, insbesondere der Zahnmedizin, den Aspekt der „Work-Life-Balance“ wirklich so dominierend in den Vordergrund?

Wir alle wissen ja: viele zukünftige Zahnärztinnen planen keine klassische Einzelpraxis zu haben. Da das Thema Prothetik im zahnmedizinischen Studium ja nicht mehr diese Rolle spielt, wird aller­spätestens die nächste Generation Zahnärztinnen und Zahnärzte verstärkten zahntechnischen Support benötigen und aktiv einfordern. Das ist doch die Perspektive für die Zahntechnik in Deutschland.

Fräszentrum in Shanghai kann nicht vor Ort sein

Hat die Zukunft schon begonnen?

Ja, für Labore mit kompetentem Außendienst, mit Mitarbeitern, die auch am Stuhl stehen können. Das muss in Zukunft möglich sein, wenn es beispiels­weise darum geht, eine komplexe Implantat-Konstruktion zu verschrauben. Das muss die Zahntechnik dürfen können. Beide Spezia­listen zum Wohle des Patienten im mitein­ander!

Aber das wird einigen Zahnärzten nicht unbedingt gefallen?

Mag sein. Die Zeit, „Ich bin der Doktor, ich weiß das besser“ ist eigentlich schon vorbei. Am Ende des Tages wird es so sein, dass Zahnmedizin und Zahntechnik gerade auf digitaler Ebene auf Augenhöhe agieren werden müssen. Da sind wir uns sicher.

Was macht Sie so sicher?

Wenn die Praxis um die Ecke einen Intraoralscanner einsetzt, werden die Patienten ihrem Zahnarzt Fragen stellen. Die Praxis kommt am Thema Digitalisierung nicht mehr vorbei. Die Zahntechnik ist digital gut aufgestellt. Wir sagen unseren Kurs­teilnehmern im Rahmen dieser Thematik, zeigt euren Zahnärztinnen und Zahnärzten, wie der Workflow zwischen Praxis und Labor funktioniert oder funktionieren kann. Die Sorge war ja, der Scanner könnte die Zahntechnik aus der Wertschöpfungskette nehmen. Aber ein Fräszentrum in Shanghai oder München kann dem Zahnmediziner vor Ort keine Unterstützung anbieten.

Sie persönlich, wozu nehmen Sie sich Zeit?

Ich entspanne am besten beim Kochen. Ich gehe mit meiner Partnerin gern wandern. Was ich wieder lernen musste, weil ich es lange nicht gemacht habe, ist Urlaub. Keine Selbstironie. Und ich versuche im nächsten Sommer viel Tennis zu spielen. E-Bike macht im Taunus ja auch Sinn. Fußball ist am Rande auch noch ein Thema.

Haben Sie aktiv gekickt?

Ja, 40 Jahre lang. War ein brauchbarer Torwart bis in die Landesliga. Das letzte Spiel habe ich mit 51 Jahren in der B-Klasse gemacht.

Sie haben eine Tochter und drei Söhne. Kicken die auch?

Ja, Fußball ist das Ding in der ganzen Familie. Der jüngste Sohn studiert in Barcelona Sportwissenschaften in Verbin­dung mit dem FC Barcelona. Mit 21 Jahren ist er aber schon über das Alter hinaus, als Fußballer entdeckt zu werden.

Interessant. Wie muss man sich ein Studium bei Barca vorstellen?

Da geht es um Sportmanagement. Da werden Manager und Spielerberater quasi herangezogen.

Und welcher Klub treibt bei Ihnen zuweilen den Blutdruck hoch?

Die Wahrheit gebietet es: als gebürtiger Münchener war ich ein junger Bayern-Fan. Meine Eltern waren das auch. Meine Mutter hat mich im roten Trainings­anzug mit drei weißen Streifen in die Schule geschickt. Selbst nach dem Umzug in den Taunus. Da gab es natürlich jede Menge „Holz“. So mit 30 Jahren bin ich dann „übergelaufen“ und letztlich auch meinen Kindern zu Liebe ein Fan von Eintracht Frankfurt geworden. Die ganze Familie liebt den Adler.

Gehen Sie ins Stadion?

Ja, immer wenn wir Karten bekommen – was ja heute in Frankfurt nicht mehr so einfach ist. Wenn es geht, sind wir da. Na klar!

Herr Göllnitz, herzlichen Dank für das Gespräch.

Quelle: DENTAGEN Info 2023/01