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(Un-)zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem

Mit dem deutschen Gesundheitssystem ist beinahe jede beziehungsweise jeder Dritte (30 Prozent) aktuell unzufrieden. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Befragung, die das Forschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) erhoben hat. Grundlage war die Frage, wie Menschen in Deutschland das Gesundheitssystem wahrnehmen.

Danach hat sich die Unzufriedenheit seit 2021 verdreifacht: Mit dem Gesundheitswesen unzufrieden zu sein, gaben damals nur zehn Prozent der Befragten an. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, erklärt dazu: „Das ist eine Trendwende. In unseren Befragungen ist die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem bis 2021 kontinuierlich gewachsen, jetzt kehrt sich der Trend um. Das ist leider keine Überraschung: Seit Jahren steigt die finanzielle Belastung der Versicherten, gleichzeitig klagen Menschen vermehrt über lange Wartezeiten für Arzttermine. Viele haben gerade das Gefühl, dass dieses System, für das sie immer mehr zahlen, immer schlechter funktioniert.“ Nicht ignorieren dürfe die Politik diese Warnsignale. Politikwissenschaftler Prof. Wolfgang Schroeder erklärt, warum das Gesundheitssystem für die Politik hohe Priorität haben muss: „Ein funktionierendes Gesundheitssystem ist eine tragende Säule unseres Sozialstaats und damit enorm wichtig für das Vertrauen in die Demokratie. Wer Missstände im Gesundheitswesen zu lange ignoriert, spielt dem Populismus in die Hände.“

Wartezeiten für Facharzt-Termine frustrieren 62 Prozent der Befragten

38 Prozent der Befragten sind mittlerweile mit dem Facharztangebot weniger zufrieden oder unzufrieden, 2017 waren es noch 27 Prozent. Grund dafür könnten die langen Wartezeiten auf Facharzttermine sein, mit denen 62 Prozent unzufrieden sind, 2017 waren es 50 Prozent. Die TK fordert eine digitale Ersteinschätzung des medizinischen Bedarfs – noch bevor ein Arzttermin überhaupt vereinbart wird –, damit Patientinnen und Patienten schneller Termine bekommen. Diese Ersteinschätzung kann gesundheitliche Probleme einordnen und geeignete Behandlungspfade, wie z. B. eine digitale Selbstversorgung oder Termine in einer Haus- oder Facharztpraxis, empfehlen. Über eine digitale Terminplattform sollen bei dringendem Behandlungsbedarf Termine schnell vergeben werden. „Wir müssen Patientinnen und Patienten mehr Orientierung im Gesundheitssystem bieten, damit sie zu den Arztpraxen kommen, in denen sie gut versorgt werden können. Eine zielgenauere Versorgung entlastet auch die Ärztinnen und Ärzte“, erklärt der TK-Chef.

Mit Beitragssteigerungen rechnen fast alle Befragten

Stellenweise Reformen im Gesundheitssystem befürworten 73 Prozent, umfassenden Reformbedarf sehen 21 Prozent. „Die Politik hat zu viele drängende Fragen ausgesessen, darunter die finanzielle Schieflage in der Kranken- und Pflegeversicherung, den Reformbedarf in der Notfallversorgung oder die Kostenexplosion bei Arzneimitteln“, erläutert Baas. Politikwissenschaftler Schroeder meint dazu: „Für eine stabile Demokratie ist es enorm wichtig, dass alle Menschen gleichermaßen an einer guten Versorgung teilhaben können. Gleichzeitig müssen die Kosten für sie gut tragbar sein. Die stark steigenden Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung sind daher Grund zur Sorge.“ Die große Mehrheit der Befragten (94 Prozent!) rechnet damit, dass die Beiträge weiterhin steigen. TK-Chef Baas: „Die neue Bundesregierung muss die Beitragsspirale stoppen. Die Beiträge sind auf über 17 Prozent gestiegen und Ende des Jahrzehnts werden sie bei 20 Prozent sein, wenn nichts passiert.” Die TK fordert ein Sofortprogramm: Höhere Herstellerrabatte auf neue Arzneimittel könnten zwei Milliarden Euro pro Jahr einsparen. Wenn der Bund seiner Verpflichtung zur Finanzierung der Beiträge für Empfängerinnen und Empfänger des Bürgergeldes nachkomme, wäre das eine Entlastung von über neun Milliarden Euro jährlich.

Menschen offen für Digitalisierung im Gesundheitswesen

Die Befragten sehen aber nicht nur Reformbedarf im Gesundheitswesen, sondern sind auch bereit, sich auf Neues einzulassen. 89 Prozent finden es sehr gut oder gut, wenn Pflegekräfte oder medizinisches Fachpersonal bestimmte Aufgaben von Ärztinnen und Ärzten übernehmen. Die geplante Krankenhausreform stößt ebenfalls auf Zustimmung. 72 Prozent der Befragten befürworten die Spezialisierung der Kliniklandschaft und die Digitalisierung wird als Chance gesehen. Bereits 81 Prozent der Befragten buchen Arzttermine online oder möchten dies zukünftig in Anspruch nehmen. 77 Prozent würden vor einem Arzttermin ihre Krankengeschichte digital in einem Anamnesebogen erfassen. Die elektronischen Patientenakte (ePA) möchten 75 Prozent nutzen. Eine Videosprechstunde haben bereits 68 Prozent genutzt oder möchten dies tun. Dr. Jens Baas erläutert: „Dass die Menschen für Neues aufgeschlossen sind, ist eine wichtige Grundlage, um unser Gesundheitssystem voranzubringen. Doch auch hier ist die Politik gefordert. Sie muss dafür sorgen, dass Versicherte digitale Möglichkeiten so komfortabel wie möglich nutzen können. Zum Beispiel indem Anmeldeverfahren für digitale Services wie E-Rezept oder elektronische Patientenakte vereinfacht werden. Das Video-Ident-Verfahren muss auch im Gesundheitswesen genutzt werden können, wie es bei der Kontoeröffnung bei Banken Standard ist.”

In Pflegeheimen wird Mundhygiene oft vernachlässigt

Alarmierende Mängel bei der Mundgesundheit von Pflegeheimbewohnern deckt eine aktuelle Studie aus Flandern auf. Viele Heimbewohner leiden unter Zahnfleischerkrankungen, schlechter Prothesenhygiene und unbehandelter Karies mit zum Teil gravierenden Folgen für die Gesundheit.

In der renommierten Fachzeitschrift Scientific Reports wurde eine neue Untersuchung veröffentlicht, in der die Mundgesundheit von 458 Pflegeheimbewohnern in Flandern (Belgien) unter die Lupe genommen wurde. Mehr als drei Viertel (75,7 %) der Bewohner wiesen eine schlechte Mundhygiene auf. Die Situation bei Prothesenträgern ist besonders besorgniserregend – 68,5 % der Pflegeheimbewohner hatten unzureichend gereinigte Prothesen. Beinahe die Hälfte (49,9 %) der Untersuchten litt außerdem unter Zahnfleischerkrankungen und mehr als 44 % wiesen unbehandelte Karies mit tiefen Zahnmarkschäden auf. Mit einem Wert von 4,5 lag der sogenannte Oral Hygiene Index lag im problematischen Bereich.

Vor allem Pflegebedürftige mit kognitiven Beeinträchtigungen oder eingeschränkter Selbstständigkeit sind betroffen. Von diesen Patienten sind viele nicht mehr in der Lage, selbständig ihre Zähne oder Prothesen gründlich zu reinigen. Zudem fanden die Forscher heraus, dass Menschen mit Demenz seltener Schmerzen oder Beschwerden äußern, was Diagnose und Behandlung von Schäden – nicht nur im Mundraum –erschwert. Die Einnahme vieler Medikamente (Polypharmazie) spielt ebenfalls eine Rolle. So litten mehr als 30 % der Untersuchten neben Kaubeschwerden und Schmerzen im Mund, auch unter Mundtrockenheit, die oft durch Arzneimittel ausgelöst wird und wiederum das Risiko für Karies und Zahnfleischerkrankungen erhöht. Ein weiterer kritischer Punkt ist, dass nur 29,4 % der Pflegeheimbewohner im Jahr zuvor einen Zahnarzttermin, obwohl 75 % der Bewohner eine zahnärztliche Überweisung dringend benötigt hätten. 

Wie andere Studien zeigen, gehen regelmäßige Zahnarztbesuche mit einer besseren Mundgesundheit einher. In vielen Pflegeeinrichtungen fehlt jedoch entweder das Personal oder es gibt strukturelle Hürden für den Zugang zur zahnärztlichen Versorgung. Mundgesundheit ist eng mit der allgemeinen Gesundheit verbunden. Deshalb wird derzeit in Belgien die BelRAI LTCF-Bewertung eingeführt, ein neues System zur Gesundheitsüberwachung in Pflegeheimen. Dieses könnte die Mundgesundheit stärker in den Fokus zu rücken.

In der Fachzeitschrift Scientific Reports wurde die vollständige unter dem Titel Oral health of nursing home residents in Flanders, Belgium, and its associated factors veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen eindringlich, dass der Mundgesundheit von Pflegeheimbewohnern – nicht nur in Belgien, sondern weltweit – mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.

DOI https://doi.org/10.1038/s41598-025-89910-4

Positives Denken hilft

Laut Forschern der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) steht eine positive Einstellung bzw. ein Wachstumsdenken („Growth Mindset“) sowohl mit einer höheren Willenskraft als auch mit mehr Einsatz in Verbindung. Menschen, die an das Gelingen ihres Tuns glauben, sind jenen überlegen, denen diese Überzeugung fehlt, da sind sich Forschungsleiter Hermundur Sigmundsson und seine Kollegin Monika Haga sicher.

Entscheidend ist eine positive Haltung

Daten von 1.548 Personen zwischen 13 und 77 Jahren wurden analysiert. Zunächst wurden der Einsatz, die Entschlossenheit und der Glaube an den eigenen Erfolg untersucht. Anschließend wurden die Teilnehmer mit besonders positiver Haltung jenen gegenüber gestellt, die am wenigsten glaubten, erfolgreich zu sein.

Die Unterschiede beziehen sich auf den Einsatz und die Willenskraft und zeigen sich besonders zwischen den fünf Prozent mit der positivsten Einstellung und den fünf Prozent der Teilnehmer mit der negativsten Haltung. Diese stehen bei Erwachsenen in einem direkten Zusammenhang mit einer positiven Haltung.

Optimale Motivation erreichen

Die in „Acta Psychologica“ veröffentlichten Ergebnisse helfen laut Sigmundsson dabei, die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Faktoren besser zu verstehen. Diese stehen wiederum damit in Verbindung, wie zufrieden Menschen in ihrem Leben sind, was sie erreicht und gelernt haben.

„Wenn wir mehr darüber wissen, was Menschen mit verschiedenen Haltungen charakterisiert, ermöglicht das auch besser zu verstehen, wie wir verschiedene Gruppen motivieren können. Dadurch können wir Menschen dazu bringen, sich langfristige Ziele zu setzen und sie auch zu erreichen“, erklärt Forschungsleiter Hermundur Sigmundsson.

Der Psychologe bezeichnet dieses Phänomen als „getting the I CAN feeling“ (ein Gefühl, dass eine Person sie selbst sein kann). Sigmundsson ist überzeugt, dass der Glaube an Wachstum ist für große Teile der Gesellschaft von entscheidender Bedeutung ist. Dieser beeinflusst auch direkt Bereiche wie Schule, Sport, Arbeit und das Familienleben.

Quelle: pressetext, Norwegian University of Science and Technology

Zahngesundheitsvorsorge erfordert Investitionen

Von der zahnärztlichen Versorgung geht, so zeigen die vorläufigen Finanzergebnisse der gesetzlichen Krankenkassen für 2024 erneut, kein besonderes Kostenrisiko aus. Der zahnärztliche Bereich zeigt, dass während das Gesundheitssystem vor großen strukturellen und finanziellen Herausforderungen steht, eine klare Präventionsausrichtung nicht nur die Gesundheit verbessert, sondern auch eine nachhaltige GKV-Finanzierung sichern kann. Martin Hendges, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), stellt anlässlich der in dieser Woche beginnenden Koalitionsverhandlungen klar:

„Es ist einzig und allein der konsequenten Präventionsausrichtung in der zahnmedizinischen Versorgung zu verdanken, dass der Anteil an den Gesamtausgaben für die vertragszahnärztliche Versorgung aktuell nur noch bei 5,8 Prozent liegt. Das bedeutet, dass es gerade nicht die Folge einer vollkommen ungezielten und an der Versorgungsrealität vorbeigehenden Kostendämpfungsmaßnahme einer gescheiterten Ampelregierung wie der für 2023 und 2024 gesetzlich verankerten Wiedereinführung der strikten Budgetierung ist.

Grundsätzlich unerwähnt bleibt bei der Veröffentlichung der Finanzergebnisse zudem, dass wir sowohl von Jahr zu Jahr immer mehr gesetzlich Versicherte versorgen als auch den Leistungskatalog zielgerichtet und wissenschaftlich untermauert weiter präventionsorientiert erweitert haben, um die Mund- und Allgemeingesundheit der Bevölkerung zunehmend verbessern zu können. Hingegen bieten aber die von der Politik zuletzt geschaffenen Rahmenbedingungen weder Planungssicherheiten für den Erhalt der so wichtigen flächendeckenden und wohnortnahen Versorgung, noch lassen sie Maßnahmen zum Bürokratieabbau erkennen. Kurzsichtige Kostendämpfungsmaßnahmen gefährden nicht nur stark die Bekämpfung der großen Volkskrankheit Parodontitis und damit unsere Präventionsbemühungen, sondern auch die Sicherstellung der Versorgung auf Dauer – vor allem in der Fläche und strukturschwachen Bereichen.

Der demografische Wandel kommt auch in der Zahnärzteschaft an und stellt uns neben dem hohen Fachkräftemangel schon alleine vor die große Herausforderung, die Versorgung in der Fläche auch zukünftig sicherstellen zu können. Es ist nun Aufgabe der Politik, jungen Zahnärztinnen und Zahnärzten, die sich niederlassen wollen, keine Steine mehr in den Weg zu legen, sondern gerade in strukturschwachen und ländlichen Regionen in Infrastruktur zu investieren und positive Anreize für die Niederlassung zu schaffen. Andernfalls verkennt die Politik nicht nur den Stellenwert der zahnmedizinischen Versorgung und die Zusammenhänge von Mund- und Allgemeingesundheit, sondern nimmt billigend in Kauf, dass sich die Versorgung verschlechtert und Kosten steigen, weil Erkrankungen wie vor allem die Parodontitis nicht frühzeitig oder bedarfsgerecht behandelt werden können und damit hohe Kosten durch Folgeschäden im zahnärztlichen, aber insbesondere auch im allgemeinmedizinischen Bereich entstehen, wenn wir nur an den Zusammenhang von Parodontitis und Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes denken.

Wenn man seitens der Politik die große Bedeutung der Prävention immer wieder hervorhebt, aber wie zuletzt Finanzmittel für präventive Leistungen wie im Bereich der neuen Parodontitisbehandlungsstrecke der Versorgung entzieht, macht das deutlich, wie wichtig ein Kurswechsel in der Gesundheitspolitik jetzt ist. Insofern darf hier nicht nur der stationäre Bereich seitens einer zukünftigen Bundesregierung in den Blick genommen werden, wenn es um Investitionen und Anreize geht. Vielmehr müssen endlich wieder verlässliche Rahmenbedingungen für die freiberuflich und selbstständig tätigen Zahnärztinnen und Zahnärzte geschaffen werden.

Der zahnärztliche Bereich ist letztendlich das Paradebeispiel für den Erfolg von Prävention und Versorgungskonzepten, die aus dem Berufsstand und der Wissenschaft kommen. Gerne bieten wir unsere Expertise aus der Selbstverwaltung der neuen Bundesregierung an, wenn es um die Aufgabe geht, die zahnmedizinische Versorgung zukunftsfest zu machen!“

Quelle: KZBV

Kariesgefahr durch Trendgetränke

Pro Tag nehmen Menschen in Deutschland durchschnittlich 23 Gramm Zucker über Softdrinks zu sich. Voll im Trend liegen Cola, Limo & Co.. Hippe Etiketten und ungewöhnliche Rezepturen kommen vor allem bei jungen Menschen gut an. Sowohl Zucker als auch die in Softdrinks enthaltenen Säuren gefährden die Gesundheit. Anlässlich des Tags der gesunden Ernährung am 7.3. macht die Initiative proDente auf die Gefahren von Softdrinks für die Zahngesundheit aufmerksam.

Dass zuckerhaltige Getränke ungesund sind, wissen viele Menschen. Hoher Konsum kann zu Übergewicht oder Diabetes führen. „Die Gefahren von Softdrinks für die Zahngesundheit werden oft jedoch unterschätzt“, mahnt Dirk Kropp, Geschäftsführer der Initiative proDente e.V. „Zucker und Säuren aus Erfrischungsgetränken können sowohl zu Karies als auch zu Zahnschmelzerosionen führen.“

Der Hauptverursacher von Karies ist Zucker

In Deutschland liegt der pro-Kopf-Verzehr von Zucker mit ca. 35 Kilogramm pro Jahr mehr als doppelt so hoch wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen. Hierbei stammt mehr Zucker aus Getränken als aus Süßwaren. Im Schnitt befinden sich in 250 ml Softdrink sechseinhalb Zuckerwürfel. „Kariesbakterien wandeln Zucker aus den Getränken in zahnschädigende Säuren um“, erklärt Dr. Romy Ermler, Vorstandsvorsitzende der Initiative proDente e.V. und Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK). „Die Säuren lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz und entkalken ihn. Langfristig kann ein Defekt an der Zahnoberfläche, also eine Karies, entstehen.“

Direkte Schädigung des Zahnschmelzes durch säurehaltige Getränke

Viele Softdrinks enthalten nicht nur Zucker, sondern auch Säure. Letztere kann die Zähne direkt schädigen, denn Säuren lösen Mineralstoffe wie Kalzium und Phosphat aus dem Schmelz. Häufiger Verzehr säurehaltiger Erfrischungsgetränke kann somit den schützenden Zahnschmelz abbauen. Da der menschliche Körper stark geschädigten Zahnschmelz nicht neu bilden kann, werden die Zähne sensibler und können bei Genuss von Heißem oder Kaltem empfindlich schmerzen. Auch Kariesbakterien haben dann ein leichteres Spiel.

Tipps für die Zahngesundheit

  • Wasser trinken.
  • Nur gelegentlich Softdrinks trinken, in möglichst kurzem Zeitraum. So wird die Kontaktzeit mit den Zähnen minimiert.
  • Danach mit einem Schluck Wasser nachspülen.
  • Kaugummi kauen, um den Speichelfluss anzuregen, denn Mineralstoffe aus dem Speichel können den Zahnschmelz reparieren.
  • Kalzium- und phosphatreiche Lebensmittel wie Milch oder Käse zur Stärkung der Zähne nutzen.
  • Zur Remineralisierung des Zahnschmelzes fluoridhaltige Zahnpasta benutzen.

Quelle: prodente

Können Minischweine menschliche Zähne „liefern“?

Bioengineerte Zähne in Minischweinen haben Forschende der Tufts University School of Dental Medicine in Boston erfolgreich gezüchtet. In der Fachzeitschrift Stem Cells Translational Medicine wurden die Ergebnisse dieser Studie veröffentlicht. Sie zeigen das Potenzial dieser Technologie für den menschlichen Zahnersatz.

Wie züchten Forscher menschliche Zähne in Minischweinen?

Unter der Leitung von Weibo Zhang und Pamela C. Yelick wurde ein Verfahren, bei dem ein Gerüst aus einem decellularisierten Zahnkeim als Basis dient, entwickelt. Menschliche Zahnmarkzellen, Schweinezahn-Epithelzellen und humane Endothelzellen wurden auf dieses Gerüst gesät. Die so entstandenen bioengineerten Zahnkeime wurden in die Kiefer ausgewachsener Yucatan-Minischweine implantiert. In den Implantaten entwickelten sich in zwei bis vier Monaten zahnähnliche Strukturen mit Wurzeln, Dentin und Zahnhalteapparat.

Da Kiefergröße und Biologie von Minischweinen jener des Menschen ähnlich sind, eignen sie sich besonders als Modell für die Zahnforschung. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die gezüchteten Zähne strukturell denen natürlicher Zähne annähern. Sogar das für die Stabilität wichtige parodontale Ligamentgewebe bildet sich. 

Dieser vielversprechenden Ergebnisse zum Trotz bestehen noch große Herausforderungen: Noch haben die bioengineerten Zähne nicht ihre optimale anatomische Struktur erreicht. Außerdem erfordern sowohl ihre langfristige biomechanische Stabilität sowie die osseointegrativen Eigenschaften noch weitere Forschung.

Quelle: Zhang, W., & Yelick, P. C. (2024). In vivo bioengineered tooth formation using decellularized tooth bud extracellular matrix scaffolds. Stem Cells Translational Medicine.

Höheres Karies- und Zahnverlustrisiko durch Cannabis-Rauch

Regelmäßiger Cannabiskonsum als Gefahr für die Mundgesundheit ist das Thema einer kürzlich publizierten Studie.

Die University at Buffalo veröffentlichte einen Forschungsbericht, basierend auf Daten der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES). Dieser belegt einen deutlichen Zusammenhang zwischen häufigem Freizeitkonsum von Cannabis und schlechterer Mundgesundheit. Die Studie, die im Journal of the American Dental Association erschienen ist, zeigt, dass regelmäßige Cannabisnutzer ein signifikant höheres Risiko für unbehandelte Karies und Zahnverlust haben.

5.656 Erwachsene im Alter von 18 bis 59 Jahren umfasst die Querschnittsanalyse der NHANES-Daten aus den Jahren 2015 bis 2018. Personen, die angaben, mindestens einmal pro Monat Cannabis zu rauchen, wiesen eine um 17 % erhöhte Wahrscheinlichkeit für unbehandelte koronale Karies (95 %-Konfidenzintervall [KI]: 1,02-1,35), eine um 55 % erhöhte Wahrscheinlichkeit für unbehandelte Wurzelkaries (95 %-KI: 1,21-1,99) und ein um 41 % höheres Risiko für schweren Zahnverlust (95 %-KI: 1,00-1,99) auf. Auch nach Kontrolle dieser Zusammenhänge blieben wichtige Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, Bildungsniveau, Einkommensverhältnis und Alkoholkonsum bestehen.

Was sind die Gründe für die von Cannabis verschärften Zahnprobleme?

Einer der Hauptgründe für die negativen Auswirkungen auf die Zahngesundheit ist laut Studienautorin Dr. Ellyce Clonan die Mundtrockenheit, die durch das Rauchen von Cannabis entsteht. Speichel spielt eine entscheidende Rolle im Schutz der Zähne, da er die Zähne von Speiseresten reinigt und die Säure neutralisiert. Außerdem neigen Cannabisnutzer während des Rausches dazu, vermehrt zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke zu konsumieren, was das Kariesrisiko weiter erhöht. Zusätzlich kann eine vernachlässigte Mundhygiene diesen Effekt verstärken.

Was kommt auf die Zahnärzte zu?

Im Zuge der wachsenden gesellschaftlichen Akzeptanz und Legalisierung von Cannabis werden Zahnärzte in ihrer Praxis zunehmend auf Patienten treffen, die regelmäßig Cannabis konsumieren. Dr. Clonan empfiehlt, dieses Thema in der Anamnese offen und ohne Vorurteile anzusprechen, um potenzielle Risiken rechtzeitig zu erkennen und Präventionsmaßnahmen einzuleiten.

Quellen: University of Buffalo; DOI https://doi.org/10.1016/j.adaj.2024.10.005

Schnelle Entscheidungen strategisch finden

Einstampfen oder fortsetzen – was machen wir mit dem aktuellen Projekt? Berufliche Entscheidungen führen häufig zum Dauergrübeln. Folgende Methoden können bei Entscheidungen helfen.

Der Arbeitsalltag ist eine Abfolge von Entscheidungen. Während sich manche Menschen mit Entscheidungen leicht tun, grübeln andere bei jeder Frage stundenlang, was der richtige Weg ist. Eine Reihe bewährter Strategien kann Abhilfe schaffen.

Es kann hilfreich sein, sich einen kleinen Baukasten von Methoden zu erarbeiten, mit denen man gut zurechtkommt – vor allem, wenn es schnell gehen muss.

Pro- und Contra-Listen

Für schwierige Entscheidungen kann man immer das klassische Instrument der Pro- und Contra-Liste verwenden. „Das bewusste Abwägen von Vor- und Nachteilen schafft Struktur und hilft, rationale Klarheit zu gewinnen“, sagt Eva Lermer, Professorin für Organisationspsychologie und soziale Kompetenzen an der Technischen Hochschule Augsburg.

„Satisficing“ statt Perfektionismus

Als „Satisficing“ wird eine Entscheidungsstrategie bezeichnet, bei der die erstbeste Möglichkeit, die den angestrebten Zweck erfüllt, gewählt wird. Der Begriff setzt sich dabei aus den englischen Wörtern „satisfy“ (deutsch: befriedigen) und „suffice“ (deutsch: genügen) zusammen.

Statt langwierig nach der perfekten Lösung zu suchen, genügt es oft, eine „gut genug“-Entscheidung zu treffen. „Die 80-20-Regel besagt: Sobald 80 Prozent der relevanten Informationen vorliegen, kann man handeln – das spart Zeit und Energie“, so Psychologin Eva Lermer.

Zum Beispiel kann ein Unternehmen eine offene Stelle mit einem Kandidaten besetzen, der die grundlegenden Anforderungen erfüllt, statt weiterhin nach dem idealen Bewerber zu suchen. So stellt das Unternehmen sicher, dass die Position zeitnah besetzt wird, auch wenn der ausgewählte Kandidat womöglich nicht alle gewünschten Qualifikationen perfekt erfüllt.

Gefühle zu Entscheidungen prüfen

Sie können sich einfach mal vorstellen, die Entscheidung sei bereits gefallen. „Fühlt es sich richtig an, könnte das ein gutes Zeichen sein. Empfindet man Unbehagen, ist eine andere Option womöglich besser“, so Lermer.

Bei Routinefragen schnell entscheiden

Stundenlange Überlegungen sind nicht bei jeder Entscheidung notwendig. Für tägliche Entscheidungen wie Terminabsprachen oder Mail-Antworten kann es helfen, innerhalb von 60 Sekunden eine Wahl zu treffen. Das beugt Entscheidungsmüdigkeit vor.

Hier können auch Routinen helfen: Manche alltägliche Entscheidung lässt sich automatisieren. Die Frage „Jetzt die Mails bearbeiten oder in einer Stunde?“ stellt sich nicht mehr, wenn es dafür jeden Tag einen festen Zeitpunkt gibt. «„Jede Entscheidung, die gar nicht erst gefällt werden muss, entlastet“, sagt Job-Coachin Saskia Bülow.

Quelle: dpa

Arbeiten Bienen für die Zahngesundheit?

Ob das natürliche Bienenprodukt Propolis in der Endodontie (Behandlung des Zahninneren) Anwendung als Pulpakappungsmaterial und intrakanalisches Medikament finden sollte, haben Forschende jetzt untersucht . 

Aus einer Mischung aus Pflanzenharzen, Bienenwachs und ätherischen Ölen stellen Bienen der Naturstoff Propolis her. Dank seiner entzündungshemmenden, antibakteriellen und antioxidativen Eigenschaften findet dieser in der Medizin Anwendung. Im Bereich der Zahnmedizin, speziell in der Endodontie, findet es als Schutzschicht für freigelegte Zahnnerven (Pulpakappung) oder als Medikament in infizierten Wurzelkanälen (Intrakanalmedikament) Verwendung. 

Acht klinische Studien, in der das Propolis bei genannten endodontischen Behandlungen verwendet wurde, flossen in die neue Übersichtsarbeit ein. Bei der Kontrolle von Entzündungen, der Förderung der Gewebsheilung und der Desinfektion des Wurzelkanals zeigten diese Studien positive Ergebnisse . 

Bei Pulpakappung führte das Propolis zu geringerem Eindringen von Substanzen oder Bakterien zwischen dem Pulpakappungsmaterial und der Zahnsubstanz – es bietet also eine relativ gute Versiegelung. Es erwies sich allerdings als weniger wirksam als die bewährten Pulpakappungsmaterialien wie Biodentin oder MTA . Bei Anwendung von Propolis traten mehr Entzündungen auf. Das Bienenharz kann mit MTA und Biodentin bei der Erfolgsrate und der Dentinbrückenbildung nicht mithalten. Beide Materialien sind sowohl stabiler als auch biokompatibler als Propolis. 

Keine Hinweise auf eine bessere Wirksamkeit von Propolis im Vergleich zu herkömmlichen Medikamenten (Calciumhydroxid oder TAP) gab es auch im Einsatz des Bienenprodukts bei der Intrakanalmedikation. Zwar konnte eine effektive antibakterielle Wirkung von Propolis gegen das Bakterium E. faecalis nachgewiesen werden, aber es erwies sich als nicht so zuverlässig wie die herkömmlichen Behandlungsmethoden zur Bekämpfung von Infektionen. 

Die Übersichtsstudie schließt daraus, dass Propolis nicht als bevorzugte Behandlungsmethode empfohlen werden kann. 

Da die Zusammensetzung des Naturprodukts variiert, ist eine signifikante Vergleichbarkeit erschwert. Um die Wirksamkeit von Propolis zuverlässig zu bewerten, ist weitere Forschungsarbeit notwendig. 

Quelle: Cureus

Zahngesundheit im Alter – neue Erkenntnisse zu Fluorid

Das härteste Material im menschlichen Körper ist der Zahnschmelz. Dieser schützt die Zähne zuverlässig vor Kälte, Karies und Abnutzungsschäden und sorgt dafür, dass wir auch mit zunehmendem Alter noch kraftvoll zubeißen und unbeschwert lachen können. Der hochmineralisierte Schutzschild hat jedoch – im Gegensatz zu anderen Materialien des menschlichen Körpers – keine Fähigkeit zur Regeneration. Im Laufe eines Lebens kann der Zahnschmelz aller Härte zum Trotz deutlich geschwächt werden.

Jetzt hat ein Forscherteam der University of Washington und des Pacific Northwest National Laboratory die atomare Zusammensetzung von Zahnschmelzproben zweier menschlicher Zähne untersucht – jeweils einem von einer 22-jährigen Person und von einer 56-jährigen Person. Dabei konnten sie feststellen, dass im Zahnschmelz der älteren Person höhere Fluoridkonzentrationen zu finden waren. Fluorid ist oft in Zahnpasta enthalten, um Zahnschmelzes zu schützen, indem es dessen Remineralisierung unterstützt. Fluoride helfen dabei, die Kalziumphosphate schneller in den Zahnschmelz einzubauen. Die kürzlich in Communications Materials veröffentlichten Ergebnisse der Untersuchung, könnten Aufschluss darüber geben, wie Fluorid im Laufe des Lebens aufgenommen und im Zahnschmelz eingebaut wird.

Die von den Forschern genutzte sogenannte „Atomsonden-Tomografie“ ist eine hochpräzise Technik, mit der eine dreidimensionale Abbildung der atomaren Struktur des Zahnschmelzes erstellt werden kann. Deren Analyse ergab, dass die Fluoridkonzentration des älteren Zahns besonders hoch war, was darauf hindeutet, dass Fluorid im Laufe der Zeit in spezifischen Bereichen des Zahnschmelzes angereichert wird. Die erhöhte Fluoridkonzentration könnte eine wichtige Rolle hinsichtlich der Erhöhung der Zahnschmelz-Widerstandsfähigkeit gegenüber Karies spielen, da Fluorid den Schmelz remineralisiert und säureresistenter macht.

Die Bedeutung einer kontinuierlichen Fluoridversorgung, insbesondere bei älteren Patienten, deren Zahnschmelz möglicherweise durch altersbedingten Verschleiß gefährdet ist, wird durch diese Forschungsergebnisse bestätigt. Darauf aufbauend könnte die Erkenntnis über unterschiedliche Fluoridverteilung innerhalb der Schmelzstrukturen künftig neue Ansätze eröffnen – für individualisierte Fluoridtherapien oder remineralisierende Behandlungen.

DOI: 10.1038/s43246-024-00709-8

Quelle: Sciencedaily 

Mundspülungen und Zahnpflege

Die Hersteller von Mundspülungen versprechen nicht nur einen Atem, der z. B. nach Minze riecht – Mundspülungen sollen auch vor Karies und Zahnfleischbluten schützen. Wem können sie besonders helfen und warum ist Gurgeln die falsche Anwendungsweise?

Wenn das Zähneputzen erledigt wurde, ist die Mundhygiene in vielen Badezimmern noch nicht beende. Der Griff zur Mundspülung gehört für viele Menschen dazu – und wenn es nur für den frischen Atem danach sorgen soll.

Was bringen die meist knallig eingefärbten Wässerchen und wie sollten sie angewendet werden, um die beste Wirkung zu erreichen? Antworten auf diese Fragen geben ein Zahnmedizin-Professor und eine Expertin der Stiftung Warentest geben.

Was ist der Nutzen von Mundspüllösungen?

Gebrauchsfertige Mundspüllösungen, die im Gegensatz zu Mundwässern nicht mit Wasser verdünnt werden müssen, gibt es dünnen muss – gebrauchsfertig in Supermärkten, Drogerien oder Apotheke. Beworben wird ihr Schutz gegen Zahnfleischbluten oder Zahnbeläge.

Sie können „eine sehr sinnvolle Ergänzung der Mundhygiene sein“, erklärt Prof. Stefan Zimmer, Lehrstuhlinhaber für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin der Universität Witten/Herdecke und Sprecher der Informationsstelle für Kariesprophylaxe. Antibakterielle Wirkstoffe in Mundspüllösungen seien hilfreich gegen Zahnfleischbluten und durch das enthaltene Fluorid werde die Zahnoberfläche widerstandsfähiger gegen Säuren.

Keinesfalls solle man sich andere Schritte der Zahnpflege sparen, denn Mundspüllösungen können die Zahnbürste nicht ersetzen. Ebenfalls zu täglichen Mundhygiene gehören eine fluoridhaltige Zahnpasta und Hilfsmittel, um die Zahnzwischenräume zu reinigen – Zahnseide oder Interdentalbürsten zum Beispiel.

Stefan Zimmer gibt allerdings zu bedenken: „Wir wissen, dass diese Hilfsmittel vielen Menschen Schwierigkeiten in der Handhabung bereiten und deshalb oft nicht ihren vollen Nutzen entfalten.“ In solchen Fällen könnten Mundspüllösungen genauso effektiv sein wie Zahnseide.

Für Menschen, die aus motorischen oder medizinischen Gründen mit Zahn- oder Interdentalbürste nicht mehr gründlich und zuverlässig arbeiten können und für Personen mit erhöhtem Kariesrisiko sind Mundspülungen besonders empfehlenswert. „Ganz essenziell sind Mundspülungen auch für Teenager mit festsitzenden Zahnspangen“, sagt Lea Lukas von der Stiftung Warentest.

Anwendung von Mundspülungen

Es ist ganz einfach. Spülen Sie den Mund mit der auf der Verpackung angegebenen Menge – oft zehn Milliliter – für 30 Sekunden aus.

Auf die richtige Technik an: „Viele Leute denken, es wäre gut, mit Mundspüllösungen zu gurgeln, aber das bringt nicht viel“, erklärt Stefan Zimmer. Statt im Rachen solle die Lösung schließlich an den Zähnen wirken und deshalb im Mund hin und her bewegt werden. „Man sollte auch versuchen, die Lösung zwischen den Zähnen hindurchzupressen, sodass sie in den Zahnzwischenräumen wirken kann“, sagt der Zahnmediziner.

Danach soll die Mundspülung gründlich ausgespuckt werden. „Es ist ganz wichtig, das Produkt nicht zu schlucken. Nach dem Ausspucken sollte aber auch nicht mit Wasser nachgespült werden“, sagt Lea Lukas. Die Experten empfehlen, Mundspüllösungen ein- bis zweimal täglich anzuwenden.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Der Geschmack hat auf die Wirkung der Mundspülung keinen Einfluss.

Für den Schutz vor Karies sollte Fluorid enthalten sein. „Je mehr Fluorid drin ist, desto besser ist die Wirkung gegen Karies“, sagt Stefan Zimmer. Durchschnittlich liege der Fluorid-Konzentration zwischen 200 und 500 ppm, Menschen mit hohem Kariesrisiko könnten aber auch höher dosierte Mundspülungen verwenden.

Auf antibakterielle Inhaltsstoffe sollten Menschen achten, die etwas gegen Zahnfleischbluten unternehmen wollen. Das könnten etwa Chlorhexidin, Zink, Cetylpyridiniumchlorid oder ätherische Öle sein.

Darauf achten, dass die Mundspüllösung keinen Alkohol enthält sollte man bei bestimmten Personengruppen wie Schwangeren, alkoholkranken Menschen, Kindern und Teenagern, rät Lea Lukas.

Am Ende spielt doch auch der Geschmack seine Rolle. „Man kann durchaus darauf achten, eine Mundspüllösung zu wählen, die man geschmacklich und in der Schärfe als angenehm empfindet, damit man sie auch zuverlässig verwendet“, so Lukas.

Ab wann können Kinder Mundspülungen nutzen?

Kinder sollten (selbstverständlich alkoholfreie) Mundspülungen erst ab einem Alter von etwa sechs Jahren anwenden, wenn sie sicher ausspucken können. Die Lösungen können echte Helfer werden, denn „Kinder und Teenager sind manchmal doch eher nachlässig beim Zähneputzen“, sagt Stefan Zimmer.

Die Verwendung von Mundspüllösungen ist ab dem Zahnwechsel, wenn die Milchzähne ausfallen und erste bleibende Zähne nachwachsen, wirklich. „Dann können Eltern Mundspüllösungen gerne als Ergänzung anbieten. Die Produkte sind aber kein Ersatz für gründliches Zähneputzen“, sagt Lea Lukas.

Können Mundspülungen Nebenwirkungen haben?

Oberflächliche Verfärbungen der Zähne können durch einige antibakterielle Substanzen und ätherische Öle entstehen. Mit Hilfe einer professionellen Zahnreinigung lassen sich diese wieder entfernen, so Lea Lukas.

Im vergangenen Sommer tauchte der Verdacht auf, dass ein Zusammenhang zwischen einer Mundspülung und dem Auftreten von Krebs bestehen könnte. Anlass dafür war eine Studie der Medizinischen Fakultät in Antwerpen, die im Journal of Medical Microbiology erschienen war.

Bei 59 Probanden, die eine bestimmte Mundspülung über einen Zeitraum von drei Monaten nutzten, konnte das Forscherteam eine Veränderung der Bakterienzusammensetzung im Mund feststellen. Ein Bakterium, das mit Magen- oder Speiseröhrenkrebs in Verbindung gebracht wird, trat vermehrt auf. „Wir haben diese Studie mit Fachleuten diskutiert und halten sie für wenig aussagekräftig», sagt Lea Lukas.

Der in manchen Mundspüllösungen enthaltene Alkohol könnte jedoch zum Problem werden. Er werde im Körper zu Acetaldehyd umgewandelt, wie Stefan Zimmer erklärt. Das ist eine Substanz, die als krebserregend eingeschätzt wird. Doch nach Einschätzung der Experten sei „die Kontaktzeit bei einer Mundspüllösung sehr kurz, sodass die Konzentration an Acetaldehyd im Körper relativ niedrig ist“.

Allein durch die Verwendung von alkoholhaltigen Mundspüllösungen sei deshalb nicht von einer gesundheitlichen Gefährdung auszugehen. „In Kombination mit anderen Risikofaktoren wie schlechter Mundhygiene, Alkohol- oder Zigarettenkonsum kann die Mundspüllösung das Krebsrisiko aber etwas erhöhen“, so Stefan Zimmer. Deshalb empfiehlt er, wenn möglich, Mundspülungen ohne Alkohol zu verwenden.

Quelle: dpa

Rollenklischee Adé!

Lassen sich im Zahntechnik-Handwerk Arbeitsbedingungen so gestalten, dass Frauen nicht nur überleben, sondern regelrecht aufblühen?

Oft haben es Frauen im Handwerk, vor allem in der Zahntechnik, nicht leicht. Über 60 % der Zahntechniker Deutschlands sind Frauen. Jedoch verlassen viele von ihnen den Beruf frühzeitig oder haben Probleme, Karriere zu machen. Gründe dafür sind viele Überstunden, schlechte Bezahlung und Stress im Labor infolge von Personalmangel.

Fakt ist: Viele Frauen bedienen trotz hoher Qualifikationen die alten Rollenklischees und stecken oft zurück. Dieses Problem kann aktiv angegangen werden:

  • Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören Flexible Arbeitszeiten, um Frauen im Beruf zu unterstützen. Viele müssen Arbeit und Familie miteinander vereinbaren. Die Arbeitszeit je nach Bedarf zu reduzieren oder zu erhöhen, kann dabei behilflich sein.
  • Auch in der Zahntechnik müssen Überstunden nicht als normal hingenommen werden. Zeitdruck und Überstunden schaden langfristig der Arbeitsqualität und der eigenen Gesundheit. Ohne realistische Zeitpläne und faire Arbeitsverteilung läuft nichts rund.
  • Ist die Bezahlung von Zahntechnikerinnen vergleichsweise schlecht? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Mit Spezialisierungen in einigen Bereichen kann man durchaus sehr gut verdienen.
  • Ein Knackpunkt sind häufig Fortbildungen: Verpflichtungen in Job und Familie geben Frauen oft keine Chance daran teilzunehmen. Folglich fühlen sich Zahntechnikerinnen nicht nur benachteiligt, sondern werden auch in ihrer Karriere ausgebremst. Online-Weiterbildungen bzw. Inhouse-Veranstaltungen können nicht nur den zeitaufwendigen Fahrweg ersparen. Von dem neu erworbenen Wissen profitiert schließlich automatisch das ganze Laborteam.

Zahntechnikerinnen sind ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Frauen im ständigen Wandel und mit zunehmender Digitalisierung ihren Berufszweig voranbringen können. Wenn alte Klischees überwunden werden, wird ein Handwerk mit Zukunft geschaffen, in dem Frauen ihre volle Stärke entfalten können.

Dieser Beitrag ist in der ZT Zahntechnik Zeitung erschienen.