Skip to main content

Telefonische Krankschreibung laut AOK „gutes Mittel“

Allgemein

AOK-Chefin Carola Reimann verteidigt die telefonische Krankschreibung gerade in Zeiten von Infektionswellen als «gutes Mittel». So könnten Ansteckungen vermieden und medizinisches Personal geschützt werden, erklärte Reimann gegenüber der Funke Mediengruppe. «Während Corona haben wir keine Veränderung im Krankschreibungsverhalten der Ärzte gesehen, und eine missbräuchliche Nutzung können wir auch nicht feststellen», sagte Reimann. «Die telefonische Krankschreibung gilt zudem nur für persönlich bekannte Patienten und bei Infektionserkrankungen für maximal eine Woche.»

Die schwarz-rote Koalition hatte Anfang Juli angekündigt, die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abzuschaffen und die Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf den ersten Krankheitstag vorziehen zu wollen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die Pläne damit, dass der Krankenstand gesenkt werden solle. An den Plänen gab es auch Kritik aus den Reihen der Regierungsparteien.

Die Rückkehr zur Pflicht einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ab dem ersten Krankheitstag hält Reimann für «unsinnig». «Wenn ab dem ersten Tag eine Krankschreibung vorliegen muss, bindet das eine unglaubliche Kapazität, die wir für die Versorgung nicht zur Verfügung haben.» Schon heute könne ein Arbeitgeber verlangen, dass Beschäftigte ab dem ersten Tag eine Bescheinigung vorlegen. «Eine Pflicht in der Breite halte ich für falsch.»

Quelle: dpa